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Frostige Erfahrungen

In dem Winter, als ich Zivi war, bekamen wir im Januar einen ziemlich plötzlichen Kälteinbruch. Unser Holzhaus mit der Ausstellung kühlte stark aus, und wir stellten morgens fest, dass sich in der Ausstellung in den Ecken der Aquarien Eiskristalle bildeten. Unter Bergen von Aquarienzubehör fand ich einen Heizstab, mit dem ich das erste Becken auf 15° C aufheizte. Und dann das nächste. Und dann das nächste. Dann vergaß ich das Umhängen des Heizstabes für eine Stunde. Anschließend guckten unsere Seenelken bei 23°C in ihrem dampfen Becken etwas verkrampft, überlebten aber. Durch pausenloses Befeuern des einzigen Holzofens im Ausstellungsraum gelang es uns bis zum nächsten Tag, die Raumtemperatur von –7° C auf Null Grad „hochzugejagen“. Leider war ein gefrorener Aquarienschlauch geplatzt, und als das Salzwasser nun auftaute, liefen 120 Liter Aquarienwasser durch den offenen Schlauch auf den Fußboden. Bei null Grad den Fußboden zu wischen, war ein bleibendes Erlebnis, das meine Vorstellungen von Umweltbildungsarbeit um eine unerwartete Facette bereicherte.

Rainer, Hörnum 1986